Auf einen Blick
- Den Preis bestimmen sechs Posten: Umfang, Texte, Gestaltung, Funktionen, Technik und Betreuung.
- Die meisten Anbieter rechnen intern mit Stunden. Wer den Aufwand je Posten kennt, versteht auch eine Pauschale.
- Laufende Kosten für Hosting, Wartung und Änderungen gehören in jeden Vergleich, nicht nur der Startpreis.
- Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Anbieter dasselbe Briefing bekommen.
Die Kurzantwort
Eine Website kostet so viel, wie die Arbeit an ihr dauert, plus die laufenden Kosten für den Betrieb. Fast alle Anbieter rechnen intern mit Stunden, auch wenn das Angebot eine Pauschale nennt. Der Preis entsteht also aus zwei Größen: wie viele Stunden ein Posten braucht und welchen Satz der Anbieter ansetzt.
Deshalb hilft eine Preisliste wenig. Hilfreich ist zu wissen, welche Posten viel Zeit brauchen und welche Sie selbst beeinflussen können.
Die sechs Kostenfaktoren
| Posten | Treibt die Kosten nach oben | Hält sie im Rahmen |
|---|---|---|
| Umfang | viele unterschiedliche Seitentypen, eigene Vorlagen je Bereich | wenige, wiederverwendete Seitentypen |
| Texte | Texte entstehen erst im Projekt | Sie liefern Inhalte vorab, der Anbieter lektoriert |
| Gestaltung | eigenes Design mit mehreren Entwurfsrunden | angepasste Vorlage, feste Korrekturschleifen |
| Funktionen | Buchung, Shop, Schnittstellen, Mehrsprachigkeit | Kontaktformular und Standardfunktionen |
| Technik | Sonderentwicklung, viele Erweiterungen | bewährtes CMS oder statische Seite |
| Betreuung | jede Änderung läuft über den Anbieter | Sie pflegen Inhalte selbst |
Umfang: Seitentypen zählen, nicht Seiten
Ob eine Website zehn oder zwanzig Unterseiten hat, ist weniger wichtig, als man denkt. Entscheidend ist, wie viele verschiedene Seitentypen gestaltet und gebaut werden müssen. Zehn Leistungsseiten mit demselben Aufbau sind schneller umgesetzt als drei Seiten, die jeweils völlig anders aussehen.
Texte: der unterschätzte Posten
Texte verzögern mehr Projekte als jede Technik. Wenn sie erst im Projekt entstehen, kosten sie Zeit für Gespräche, Entwürfe und Abstimmungen. Liefern Sie Inhalte selbst, sinkt der Aufwand deutlich. Gute Texte zu den eigenen Leistungen schreiben Fachleute aus dem Betrieb oft besser als jeder Texter, eine Überarbeitung für das Web ist dann der kleinere Schritt.
Gestaltung: Vorlage oder eigenes Design
Ein eigenes Design beginnt mit Entwürfen, die besprochen und überarbeitet werden. Jede Entwurfsrunde kostet Zeit. Eine gute Vorlage, angepasst an Farben, Schrift und Bildsprache, reicht für viele Betriebe aus. Fragen Sie, wie viele Korrekturschleifen enthalten sind.
Funktionen: was über das Kontaktformular hinausgeht
Terminbuchung, Mitgliederbereich, Shop, Anbindung an eine Warenwirtschaft oder eine zweite Sprache sind jeweils eigene Teilprojekte. Für Shops und Buchungsstrecken, über die Verbraucher Verträge schließen, gilt seit dem 28. Juni 2025 außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind davon ausgenommen. Klären Sie früh, ob Ihr Vorhaben betroffen ist.
Technik: Baukasten, CMS oder statische Seite
Baukästen haben niedrige Startkosten und laufende Gebühren. Ein Content-Management-System wie WordPress erlaubt Ihnen, Inhalte selbst zu pflegen, braucht aber regelmäßige Updates. Statisch erzeugte Websites sind schnell und wartungsarm, Änderungen laufen dann meist über den Anbieter. Keine Variante ist grundsätzlich die beste.
Betreuung: der Posten nach dem Livegang
Domain, Hosting, Sicherheitsupdates, Datensicherung und kleine Änderungen kosten jeden Monat Geld oder Zeit. Diese Kosten fallen über die gesamte Lebensdauer der Website an und übersteigen nach einigen Jahren oft den Projektpreis.
Ein Rechenweg mit angenommenen Werten
Das folgende Beispiel zeigt nur den Rechenweg. Stundenzahlen und Stundensatz sind angenommen, keine Marktpreise. Ersetzen Sie sie durch die Werte aus Ihren Angeboten.
| Posten | angenommene Stunden |
|---|---|
| Abstimmung und Konzept | 8 |
| Gestaltung, angepasste Vorlage, zwei Korrekturrunden | 12 |
| Umsetzung von sechs Seiten mit drei Seitentypen | 16 |
| Einpflegen gelieferter Texte und Bilder | 6 |
| Technische Grundlagen für Suchmaschinen, Test, Livegang | 6 |
| Summe | 48 |
Bei einem angenommenen Satz von 90 € pro Stunde ergäben sich 4.320 € netto. Ändert sich nur ein Posten, etwa weil die Texte erst geschrieben werden müssen, kommen schnell zehn oder zwanzig Stunden hinzu. Genau so entstehen die großen Unterschiede zwischen Angeboten.
Angebote vergleichen: fünf Fragen an jeden Anbieter
- Wie viele Korrekturschleifen sind enthalten, und was kostet jede weitere?
- Wer schreibt die Texte, und wer liefert die Fotos? Mit welcher Lizenz?
- Gehören Domain, Code, Inhalte und Zugänge nach Projektende Ihnen?
- Was ist nach dem Livegang enthalten, und was kosten Wartung und Änderungen?
- Sind Impressum, Datenschutzerklärung und Barrierefreiheit im Preis berücksichtigt?
Wenn ein Angebot diese Fragen nicht beantwortet, fragen Sie nach. Ein seriöser Anbieter ergänzt die Antworten schriftlich. Eine ausführliche Vorlage für das Briefing finden Sie in der Checkliste zur Agenturwahl.
Laufende Kosten realistisch einplanen
Rechnen Sie für einen fairen Vergleich die Kosten über drei bis fünf Jahre zusammen: Projektpreis plus monatliche Posten. Ein Baukasten mit niedrigem Einstieg kann über diesen Zeitraum teurer sein als eine individuell gebaute Website mit geringen Betriebskosten, und umgekehrt.
Steht eine bestehende Website vor dem Austausch, kommen Posten für Weiterleitungen und die Übernahme alter Inhalte hinzu. Was dabei zu beachten ist, erklärt der Beitrag zum Website-Relaunch.
Häufige Fragen
Warum unterscheiden sich Angebote für dieselbe Website so stark?
Meist beschreiben sie nicht dieselbe Website. Ein Anbieter kalkuliert eine angepasste Vorlage mit Ihren eigenen Texten, ein anderer ein eigenes Design mit Texterstellung und Fotos. Erst die Aufschlüsselung nach Posten zeigt, ob der Preisunterschied am Anbieter oder am Leistungsumfang liegt.
Ist ein Baukasten die günstigere Lösung?
Beim Startpreis meistens ja. Dafür zahlen Sie dauerhaft eine Gebühr, sind an den Anbieter gebunden und investieren eigene Zeit. Für eine kleine Visitenkarten-Website kann das passen, für eine Website, die regelmäßig Anfragen bringen soll, lohnt der Vergleich über mehrere Jahre.
Was kostet eine Website im Monat?
Mindestens fallen Domain und Hosting an. Dazu kommen je nach System Wartung und Sicherheitsupdates, Lizenzen für Erweiterungen und Änderungswünsche. Lassen Sie sich diese Posten getrennt vom Projektpreis nennen.
Sind Festpreise besser als Abrechnung nach Aufwand?
Ein Festpreis gibt Planungssicherheit, setzt aber einen klar beschriebenen Umfang voraus. Abrechnung nach Aufwand ist flexibler, wenn der Umfang noch offen ist. In beiden Fällen sollten Leistungen und Korrekturschleifen schriftlich festgehalten sein.
Quellen
- Gesetz zur Umsetzung der Anforderungen an die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz – BFSG) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de · abgerufen am 27. Oktober 2026